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Religionsunterricht

"rpi-virtuell" im neuen Arbeitsbereich "Online-Bildung/Fernstudien"

Volker Elsenbast/ Joachim Happel/ Julia Born

Im Rahmen der Zusammenführung von EKD-zentralen Bildungseinrichtungen wurde im Comenius-Institut der Arbeitsbereich V "Online-Bildung/Fernstudien" eingerichtet. Die "Evangelische Arbeitsstelle Fernstudium für kirchliche Dienste" und die religionspädagogische Internetplattform der EKD "rpi-virtuell" werden darin zusammengeführt.

Unter "rpi-virtuell", dem virtuellen religionspädagogischen Institut, lässt sich zweierlei verstehen: Zum einen die Internetplattform für den Bedarf von BenutzerInnen und BesucherInnen, zum anderen die Organisation dieser Plattform mit Auftrag, Personal, finanzieller und materieller Ausstattung. Ohne die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sowohl NutzerInnen als auch MitgestalterInnen sind, sind die Angebote und Leistungen von rpi-virtuell nicht denkbar. Das Angebot richtet sich dabei nicht nur an evangelische InteressentInnen. Die seit kurzem bestehende Plattform der katholischen Kirche "rpp-katholisch" erweitert die religionspädagogische Internet-Präsenz.

Informationen und Lernangebote

rpi-virtuell bietet Informationen zu aktuellen Entwicklungen und Diskussionen im Blick auf Religionsunterricht und Religionspädagogik. Die Vernetzung mit anderen religionspädagogischen Internetangeboten eröffnet weitere Informationsmöglichkeiten.

Die Bibliothek der Internetplattform enthält Unterrichtsentwürfe, Internetressourcen, Nachschlagewerke, Medien und andere nützliche Fachliteratur für die praktische religionspädagogische Arbeit in Schule und Gemeinde.

Mit rpi-virtuell lässt sich aber auch online lernen. Das können Schülerinnen und Schüler im Unterricht selbstständig tun. Auch können Lernumwelten im Klassenzimmer erweitert und Lern- und Arbeitsplattformen (z.B. e-tools) auf konkrete Lernziele und Rahmenbedingungen hin angepasst werden. Fortbildungskurse führt rpi-virtuell ebenso durch: Lehrkräfte können in online-Seminaren ihre pädagogische und religionspädagogische Kompetenzen praxisnah weiterentwickeln (siehe das Beispiel zur Portfolioarbeit).

rpi-virtuell gestalten

Wer an der didaktischen, methodischen, konzeptionellen und inhaltlichen Qualität oder der fachpolitischen und bildungstheoretischen Begründung des Religionsunterrichts interessiert ist, kann rpi-virtuell mitgestalten. Mit fachdidaktischen Hilfen sowie fachpolitischen Informationen, Linksammlungen zu Bildungsbereichen (z.B. "Grund- und Förderschule") und Schwerpunktthemen (z.B. "Interreligiöses Lernen") profilieren sie das Angebot.

Die Interaktivität von rpi-virtuell realisiert sich in Diskussionen ("Diskutieren Sie mit!"), in den virtuellen Studienzimmern und den (bislang 1600) Seminarräumen. Umfangreiche Materialsammlungen, Statements und Diskussionsimpulse, Referate und andere Sachbeiträge werden kommentiert oder weiterbearbeitet. Darin unterscheidet sich rpi-virtuell von rpp-katholisch.

Mit diesen und anderen Nutzungsmöglichkeiten wird versucht, dem "Internet der zweiten Generation" (Web 2.0) gerecht zu werden, z.B. durch selbst organisiertes Wissensmanagement. Die Rahmenbedingungen für Lehrerfort- und -weiterbildung, für Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie für deren Wirksamkeit erfordern Lernumwelten, die individualisiertes Lernen von Lehrkräften, eine zeitlich wie geografisch geöffnete Kommunikation der Lerngruppe und eine zeitnahe Erprobung des Erworbenen ermöglichen, z.B. durch ein

Online-Seminar zu "Portfolioarbeit im Religionsunterricht"

Als Beitrag zur Unterrichtsentwicklung wurde ein viermonatiges Online- Seminar "Portfolioarbeit im Religionsunterricht" durchgeführt. An ihm nahmen 23 Lehrkräfte verschiedener Schularten (vor allem Realschulen und Gymnasien) aus dem ganzen Bundesgebiet und Österreich teil.

Dem Portfolio steht die Künstlermappe Modell: eine Auswahl von Arbeiten, auf die die Künstlerin stolz ist, die sie aufhebt und präsentieren kann. Fragen, Interessen und Begabungen sind Ausgangspunkte für die Arbeit mit einem eigenen Portfolio. Es dokumentiert den Lernzuwachs und dient dem selbst bestimmten Lernen. Es wird gelernt, den eigenen Lernweg zu reflektieren und sich gegenseitig Rückmeldung zu geben. (Vgl. Ilse Brunner u.a. (Hg.) (2006): Das Handbuch Portfolioarbeit. Konzepte und Erfahrungen aus Schule und Lehrerbildung, Seelze.)

Ertrag des Seminars

Besonders auffällig waren das Engagement und die Begeisterung der Teilnehmenden, Lehrkräfte wie SchülerInnen. "Interessanterweise", schrieb eine Sonderschullehrerin, "waren es oft die schwächeren SchülerInnen, die bei der Portfolioarbeit fleißig und motiviert waren." Grundschulkinder wollten auch in anderen Fächern mit Portfolios arbeiten. In Realschulklassen wurden Umfragen, CDs und Video-Ausschnitte erarbeitet. Im Seminar konnte mit der virtuellen Kommunikation eine anregende Lernumgebung geschaffen werden. Die Teilnehmer hoben den guten kollegialen Umgang und Austausch sowie die "umfassende Unterstützung in menschlicher, technischer und fachlicher Sicht" hervor. Fast alle haben die Seminarunterlagen und den Materialpool genutzt, z.B. Arbeitsblätter übernommen und weiter bearbeitet. 13 TeilnehmerInnen veröffentlichten Berichte mit ihren Erfahrungen und Reflexionen. Diese ePortfolios sind bei rpivirtuell abrufbar (www.rpi-virtuell. net > Rubrik "Online-Lernen").

Die meisten der Teilnehmenden haben sich nach dem Seminar weiter mit der Portfolio-Methode befasst. In der Hälfte der Rückmeldungen nach einem Jahr wurde von weiteren Portfolio-Vorhaben berichtet. Ebenfalls so viele haben die erworbenen Kenntnisse und Kompetenzen an andere weitergegeben oder Fortbildungen durchgeführt.

Online-Seminare werden seit Januar 2003 durchgeführt und ausgewertet. rpi-virtuell stellt die gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen anderen zur Verfügung, damit diese ihre Kompetenzen in Bezug auf online unterstützte Lernprozesse erweitern können. Dies geschieht durch die Seminarmodule "Online-Lernprozesse begleiten - als eTrainer/in" oder "Online-Coach" und "Online- Seminare konzipieren und leiten." Im Frühjahr 2007 findet ein weiteres Online-Seminar zu Portfolios im (Religions-)Unterricht statt. Es wird vom Evangelischen Schulreferat Köln in Kooperation mit rpi-virtuell durchgeführt. Leitung: Rainer Lemaire (Köln) und Anita Hollauf (Neunkirchen/Österreich) mit Prof. Ilse Brunner (www.rpi-virtuell.net > Rubrik "Online-Lernen").

http://www.rpi-virtuell.net

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